Geschichte

Die Kapelle in den 1920er.
Die Kapelle in den 1930er.
Die Kapelle und die FFW 1950.
Die Kapelle 1959.
Die Kapelle 1963.
Die Kapelle 1971.
Die Kapelle 1977.
Die Kapelle 1981.
Die Kapelle 1982.
Die Kapelle 1984.
Die Kapelle 1986.
Die Kapelle zu ihrem Jubiläum 1996.
2004. Beginn der verstärkten Jugendarbeit.
Die Kapelle 2011.

Gerade drei Jahre waren seit dem Ersten Weltkrieg vergangen, als sich im Haus des Werkmeisters des Sendenhorster Emallierwerkes, Wilhelm Hackenholt, mehrere junge Männer zusammenfanden, um die vor dem Krieg aufgelöste Feuerwehrkapelle neu entstehen zu lassen. Die bei der Gründungsversammlung anwesenden Anton Jaspert, Adolf Bangert, Anton Schmäing, Anton Westhues, Hermann Wegmann und Wilhelm Wöstmann beschlossen, künftig unter dem Namen „Stadt- und Feuerwehrkapelle“ gemeinsam zu musizieren.

Zum Kapellmeister wurde Wilhelm Hackenholt gewählt, der für die Leitung der wöchentlichen Probe ein Zehrgeld von zwei Bier und fünf Zigaretten verlangte. Hackenholt trat in Verhandlung mit dem Gesellenverein und erreichte, dass dieser bei der Beschaffung der Instrumente finanzielle Unterstützung gewährte. Während des Winters 1921/22 wuchs die Zahl der Musikanten beträchtlich, und zum kirchlichen Fest Peter und Paul im Jahr 1922 fand der erste öffentliche Auftritt beim Schützenfest des Gesellenvereins in der Gastwirtschaft Strohbücker statt, heißt es in der Chronik der Kapelle.

In den folgenden Jahren wurde die Stadt- und Feuerwehrkapelle unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens in Sendenhorst und in einigen Nachbarorten. Bei einer Vielzahl von Gelegenheiten, wie etwa den Veranstaltungen der Sendenhorster Vereine, bei Beerdigungen, Prozessionen, Schützenfesten, Feuerwehrübungen und privaten Feiern war die Kapelle vertreten, stets korrekt mit Cut und Zylinder gekleidet. In der Leitung des neu gegründeten Musikvereins ergaben sich rasch Veränderungen. Nachdem 1923 Kapellmeister Hackenholt abgedankt hatte, leitete sein Nachfolger Hugo Vollmer aus Ahlen die Kapelle, bis er von Karl Pälmke und dieser 1927 schließlich von Anton Jaspert abgelöst wurde.

Der Kriegsausbruch 1939 zwang die Kapelle zur Einstellung ihrer Auftritte. Die meisten Musiker wurden zum Militär eingezogen, und für einige gab es keine Rückkehr in die Heimat. Nach 1945 befanden sich zunächst viele Musiker in Kriegsgefangenschaft. Erst 1947 hauchten Adolf Bangert und Kapellmeister Anton Jaspert der Kapelle neues Leben ein.

Zwischenzeitlich versuchten belgische Besatzungssoldaten, die von der Existenz einer Musikvereinigung in Sendenhorst gehört hatten, die Instrumente der Kapelle zu beschlagnahmen. Diese konnten jedoch über Nacht in Sicherheit gebracht werden, so dass trotz Hausdurchsuchungen kein Instrument gefunden wurde. Stattdessen verwüsteten die Soldaten den in der Gastwirtschaft Werring gelagerten Notenvorrat. Nur ein Teil der umfangreichen Sammlung konnte gerettet werden.

Junge Mitglieder und nach dem Krieg in Sendenhorst neu beheimatete Musiker verhalfen der Kapelle in den 1050-er Jahren dazu, wieder die alte Stärke zurückzuerlangen, heißt es in der Chronik des Vereins.

Nach den Kriegsjahren bestand auch für die Sendenhorster ein Nachholbedarf für Vergnügungen aller Art, und besonders die großen Schützenfeste in Sendenhorst und den Nachbargemeinden wurden mit tatkräftiger Unterstützung der Kapelle ausgelassen gefeiert. Aber auch zu Hochzeiten, beim Ahlener Karneval und zu verschiedenen anderen Anlässen wurden die Musiker tätig und dadurch wieder weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Kapellmeisters Anton Jaspert übernahm im Jahr 1959 Wilhelm Wöstmann den Dirigentenstab, der bis zum Jahre 1980 die Leitung der Musikkapelle innehatte.

Anfang der 70-er Jahre schrumpfte die Mitgliederzahl der Kapelle auf wenige aktive Musiker. Das Durchschnittsalter der Solisten lag bei mehr als 60 Jahren. Das Fortbestehen des Vereins war ernsthaft gefährdet. Von Wilhelm Wöstmann, der aus Altersgründen ausschied, übernahm Norbert Pasternak schließlich die musikalische Leitung. Erneut konnten viele neue Mitglieder geworben werden, und die Stärke der Kapelle wuchs zeitweilig auf mehr als 30 aktive Mitglieder an.

In dieser Phase des Neuanfangs profitierte die Kapelle besonders von der Unterstützung durch die Sendenhorster Feuerwehr. Der ehemalige Stadtbrandmeister Bernhard Pälmke und sein Nachfolger Heinz Meier haben durch ihr Interesse an einer funktionierenden Feuerwehrmusik die erfolgreiche Arbeit der Kapelle wesentlich erleichtert. So kann die Kapelle das Feuerwehrgerätehaus für ihre Proben nutzten. Und trägt sie bei ihren Auftritten die Uniform der Feuerwehr.

Offiziell sind die Musiker Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und bilden den Musikzug der Wehr. Bei offiziellen und inoffiziellen Veranstaltungen der „Blauröcke“ sorgt die Kapelle für die musikalische Untermalung und trägt zum Gelingen der Feste bei. Heute zählt die Stadt- und Feuerwehrkapelle 92 Mitglieder.

(Westfälische Nachrichten)

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